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Panini Projection
DIEsogenannten „Fisheye Objektive“ bestechen durch einen besonders großen Blickwinkel, im Falle eines Full Frame-Fisheye Objektives 180 Grad in der Diagonalen. Bei diesen Objektiven wird der komplette Sensor ausgeleuchtet, man bekommt also kein kreisförmiges Bild wie bei zirkularen Fisheye Objektiven. Den großen Blickwinkel von Fisheye Objektiven erkauft man sich mit starken Verzerrungen. Es gibt nun diverse Methoden, diese Verzerrungen durch andere Projektionsarten zu korrigieren, eine davon ist die Panini Projektion.

Das Problem mit den Fischaugen

Ich mag Fisheye Objektive. Wie man am Namen der Homepage erkennen kann, habe ich eine Schwäche für starke Weitwinkel. Mich stören die Verzerrungen oftmals auch nicht besonders, es sei denn, man setzt das Fisheye falsch ein und krümmt den Horizont extrem. Nahezu mittig ausgerichtet kann ein Fisheye Bild aber recht harmonisch wirken, gerade bei Landschaftsaufnahmen. Bei Architekturbildern fallen die gebogenen Linien allerdings deutlich stärker ins Gewicht. Ob das nun stört oder man es aufgrund des großen Bildwinkels einfach als gegeben hinnimmt ist individuell verschieden. Hier mal ein Beispiel für ein unkorrigiertes Fisheye Bild, bei dem man die gebogenen Linien gut erkennt:

Panini Projektion

Um die Verzerrungen zu korrigieren gibt es nun z.B. mit dem kostenlosen Tool Hugin diverse Möglichkeiten die Verzerrungen zu korrigieren, jede davon hat bestimmte Vor- und Nachteile und kostet Auflösung / Bilddetails. Auf der Hugin-Seite kann man sich über die einzelnen Projektionsarten informieren, ich spreche heute nur über die Panini Projektion

Mit Hilfe der Panini Projektion werden im Bild nur die senkrechten und zentralen Fluchtlinien begradigt, nicht aber die horizontalen Linien. Was das bedeutet, zeige ich gleich in Bildbeispielen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Bildwinkel des Fisheye nicht wesentlich eingeschränkt wird und auch der Auflösungs- und Detailverlust kaum sichtbar ist. Das fällt bei anderen Projektionsarten deutlich stärker ins Gewicht. Der Nachteil ist, dass das Bild nur „teilentzerrt ist“. Ich emfinde die gebogenen senkrechten Linien deutlich störender als die waagerechten, daher ist diese Projektion für mein Auge ein guter Kompromiss – viele mögen da ganz anders urteilen. Wichtig ist allerdings, dass man möglicht zentriert fotografiert, da ein gebogener Horizont nicht korrigiert wird. Mit Tricks lässt sich das zwar auch korrigieren aber das soll nicht Teil des heutigen „quick & dirty“ Tutorials sein“.

Hugin

Hier mal kurz die Einstellungen die man in meinem Fall für das Samyang 7.5mm Fisheye an meiner Olympus PEN E-P5 Kamera vornehmen muss: „Full frame Fisheye“ sowie die Brennweite des Objektives, in meinem Fall 7.66mm (7.5mm sind leicht gerundet). Der Focal lengh multiplier ist in meinem Fall „2“, da es sich um eine Micro Four Thirds Kamera handelt. Bei APS-C wäre er „1.5“ und bei Vollformat ensprechend „1“.

Hugin import

Wenn ich das Bild nun importiert habe, gehe ich direkt auf „Stitcher“ oben unter der Menüleiste und wähle die folgende Projektion aus: „Equirectangular Panini“. Wie gesagt kann man dort noch jede Menge andere Projektionsarten ausprobieren, am besten einfach mal durchklicken und testen was einem am besten gefällt.

Anschließend noch ein klick auf „Calculate Field of View“, Calculate optimal size“ und „Fit crop to images“. Den Rest lasse ich unberührt (Anpassungen an Helligkeit etc. hab ich vorher bereits in Lightroom vorgenommen. Dann ist man mit klick auf „Stitch!“ auch schon fertig und kann das Bild speichern.

hugin export

Beispielbilder mit Panini Projektion

Hier mal einige Beispiele für Fisheye Bilder aus Rom, die ich mit meiner Olympus PEN E-P5 und dem Samyang 7.5mm Fisheye Objektiv aufgenommen hab. Zuerst immer das unkorrigierte Fisheye Bild und anschließend eine mit der Panini Projektion geänderte Version.

Wie man sieht, wurden durch die Panini Projektion die senkrechten Linien und Fluchtlinien begradigt. Am Boden und z. B. den Bänken kann man erkennen, dass die horizontalen Linien nicht korrigiert werden. Man verliert dafür kaum Bildwinkel und es gibt auch keine unschönen Verzerrungen an den Rändern wie bei anderen Projektionsarten. Hier noch einige weitere Bilder aus Toledo, bei dem ich nur die bereits korrigierte Version hochgeladen hatte:

      Dieses kleine Tutorial ist nur eine Variante von vielen wie man Fisheye Objektive korrigieren kann. Wenn ihr weitere Tipps oder Korrekturen habt, schreibt es gern in die Kommentare!

                           

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Pierre Aden

Ich bin ein Hobby-Fotograf der aktuell in Frankfurt wohnt. Wenn ich nicht gerade verreise oder fotografiere spiele ich gern Tischtennis / Squash oder schaue TV Serien. Ich arbeite in einer Deutschen Bank im Bereich Anti-Money-Laundering.

4 CommentsLeave a comment

  • Gut beschrieben – und sehr schöne Bildbeispiele!
    Ich konnte mir Hugin bislang noch nicht ansehen, hätte aber eine Frage zu der vorgestellten Methode (Panini Projektion): lässt sich die auch auf hochformatige Aufnahmen anwenden? Ich hab da so die ein oder andere Fisheye-Aufnahme (Samyang 7,5) der das gut stünde… 😉

    • Hi Andi,

      danke für das Lob. Mit Hochformat-Bildern sollte es auch klappen, da die Bildanalyse-Funktion beim Import und die Automatik-Funktionen beim Export das Format erkennen und anpassen. Leider fehlt mir aktuell ein Beispiel um es mal zu testen, da ich das Fisheye eigentlich immer im Querformat nutze. Aber vielleicht magst Du es mal probieren, Hugin ist ja Freeware. Das Ergebnis interessiert mich auch :).

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